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Die feierliche Einweihung ihrer neuen Geschäftsstelle am heutigen Mittwoch markiert für die Landesgartenschau Neustadt an der Weinstraße einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum Gartenschaujahr. In der Roßlaufstraße 20 entstand ein inspirierender Arbeits- und Begegnungsort und zugleich ein Umbauprojekt, das beispielhaft zeigt, wie nachhaltiges Bauen im Bestand gelingen kann.
„Das Gebäude der neuen Geschäftsstelle zeigt, wie nachhaltiges Bauen im Bestand funktionieren kann und ist ein echtes Vorzeigeprojekt. Landesgartenschauen verändern Städte dauerhaft, schaffen Infrastruktur und stärken den Tourismus. Das haben die Landesgartenschauen in Kaiserslautern, Trier, Bingen und Landau gezeigt. Und dies zeichnet sich auch für Neustadt an der Weinstraße ab. Die gestiegenen Baukosten und zusätzliche Anforderungen im Deponierecht haben das Projekt vor echte Herausforderungen gestellt. Damit die Landesgartenschau ihr volles Potential entfalten kann, haben wir daher die Förderung noch einmal auf 23,1 Millionen Euro erhöht. Eine Investition, die sich lohnt, weil sie weit über die Gartenschau hinauswirkt. Ich freue mich darauf, wenn 2028 die Bürgerinnen und Bürger das Gelände entdecken und genießen können“, sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder bei der heutigen Einweihung mit zahlreichen Gästen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und den beteiligten Planungs- und Handwerksbetrieben.
Die neue Geschäftsstelle entstand durch den Umbau einer ehemaligen Gewerbehalle direkt am künftigen Landesgartenschaugelände. Das Gebäude wurde konsequent nach den Prinzipien der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft (Cradle-to-Cradle) entwickelt – einem zentralen Leitgedanken der Landesgartenschau. Herzstück des Konzepts sind modulare Holzeinbauten in Holzrahmenbauweise, die ressourcenschonend gefertigt, flexibel nutzbar und später vollständig rückbaubar sind. Zudem wurde mit ökologischen Baustoffen wie Hanfkalkstein und Lehm gearbeitet. Der Entwurf für die modularen Holzeinbauten stammt aus einem Wettbewerb, der im Rahmen eines Masterprojektes an der RPTU Kaiserslautern ausgelobt worden war und vom Büro Richter Treitz architekten umgesetzt wurde.
„Die Geschäftsstelle der Landesgartenschau zeigt eindrucksvoll, wie kreislaufeffiziente Rohstoffe in zukunftsweisenden Bauprojekten eingesetzt werden können. Sie verbindet innovative Bauweise mit verantwortungsvollem Ressourceneinsatz und setzt damit ein starkes Zeichen für nachhaltiges Bauen“, sagte Christine Schneider, Ministerin für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten (MLWUF). Das „Klimabündnis Bauen RLP“ hat mit Landesmitteln des MLWUF den Bau der Holzmodule als Beitrag zum Wissenstransfer und Leuchtturmprojekt mit 200.000 EUR gefördert.
Nachhaltigkeit konsequent umgesetzt
Auch die technische Ausstattung folgt konsequent dem Nachhaltigkeitsgedanken. Eine Wärmepumpe, die vorhandene Photovoltaikanlage sowie begrünte Fassaden sorgen für eine ressourcenschonende Energieversorgung und ein angenehmes Raumklima.
„Mit der Geschäftsstelle am Speyerbach haben wir nicht nur einen Arbeitsort für unser Team geschaffen, sondern auch ein sichtbares Beispiel dafür, wie die Bauwende gelingen kann“, sagte Geschäftsführerin Anne Pieper bei der Einweihung. „Mit dem Umzug in unmittelbare Nähe zum Landesgartenschaugelände haben wir immer im Blick, was uns antreibt.“
Veranstaltungs- und Begegnungsort für Bürger*innen und Partner
Von dem neuen Gebäude aus werden die Vorbereitungen für das Großereignis im Jahr 2028 koordiniert. Gleichzeitig wird die Geschäftsstelle als Veranstaltungs- und Begegnungsort vieler Gartenschau-Events den Bürgerinnen und Bürgern sowie Partnern auch schon vor 2028 offenstehen.
Im Rahmen der Einweihung erhielten die Gäste Einblicke in den aktuellen Stand der Arbeiten auf dem Landesgartenschaugelände und in die langfristigen Perspektiven des Areals. Die neue Geschäftsstelle steht dabei exemplarisch für den eingeläuteten Wandel. „Vor weniger als einem Jahr haben wir den Start des Umbaus gefeiert. Heute können wir zeigen, dass aus einer ungenutzten Halle ein lebendiger Ort für Ideen, Zusammenarbeit und Zukunftsgestaltung entstanden ist“, so Oberbürgermeister Marc Weigel. „Die neue Geschäftsstelle ist ein wichtiger Baustein für die Landesgartenschau 2028 – und weit darüber hinaus.“
Mit dem heutigen Richtfest des Sportpavillons auf dem Gelände der Landesgartenschau ist ein weiterer Meilenstein für die Entwicklung des neuen Sportparks erreicht worden. Der Pavillon nimmt als einer von zwei Neubauten auf dem Landesgartenschaugelände eine besondere Stellung ein und gilt als herausragendes Beispiel für nachhaltiges Bauen nach den Cradle-to-Cradle-Prinzipien (C2C).
„Der Sportpavillon ist ein weiteres Leuchtturmprojekt der Landesgartenschau und zeigt eindrucksvoll, wie sich nachhaltiges Bauen, moderne Architektur und eine zukunftsorientierte Sportinfrastruktur miteinander verbinden lassen“, betonte Marcus Klein, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, beim Richtfest.
Markanter Orientierungs- und Treffpunkt
Inmitten des neuen Sportparks angeordnet, öffnet sich das Gebäude wie ein Kleeblatt in drei Richtungen. Der Sportpavillon wird damit nicht nur eine Funktion als Sportgebäude haben, sondern auch ein markanter Orientierungs- und Treffpunkt im Park werden. Neben Funktionsräumen entsteht zudem ein multifunktionaler, zur Sportlandschaft hin offener Bereich für Besprechungen und Begegnungen.
Kreislauffähige Baumaterialien
Bei den eingesetzten Materialien wird konsequent auf Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit geachtet. Der Pavillon entsteht als Holzmassivbau mit einer Fassade aus Fichtenholzbrettern, die mit einer ökologischen Leinöl-Lasur behandelt werden. Die Fassadenelemente aus Profilglas bestehen aus Gussglas mit einem Recyclinganteil von mehr als 50 Prozent. Nach Ende ihrer Nutzungsdauer können sie vollständig in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden. Die Konstruktion kommt ohne Kleber oder Dichtstoffe aus, wodurch die Bauteile einfach demontiert und wiederverwendet werden können. Die Bodenplatte ist auf Schaumglasschotter gegründet, der aus Recyclingglas hergestellt ist und als Unterbodendämmung dient. Die flexible Bauweise ermöglicht zudem eine spätere Umnutzung des Gebäudes.
Verzicht auf fossile Brennstoffe
Der Sportpavillon verzichtet vollständig auf fossile Brennstoffe. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, ergänzt durch eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung. Eine rund 100 Quadratmeter große Photovoltaikanlage liefert erneuerbaren Strom für den Gebäudebetrieb. Anwesenheitsgesteuerte LED-Beleuchtung sorgt zusätzlich für einen energieeffizienten Betrieb.
Das Raumprogramm umfasst zwei Mannschaftsumkleiden mit jeweils zugehörigen Sanitärbereichen, eine barrierefreie Schiedsrichterumkleide mit integriertem Erste-Hilfe-Raum sowie einen weiteren barrierefreie Umkleide- und Sanitärbereich. Darüber hinaus entstehen öffentliche Toiletten, ein Platzwartraum, Technikräume, ein Besprechungsraum sowie ein Raum für Pflegegeräte. In die Außenfassade werden zusätzliche Verstaumöglichkeiten für Sportgeräte und Sitzgelegenheiten integriert.
Grundlage für die Planung war ein Realisierungswettbewerb, an dem sich 17 Architekturteams beteiligten. Als Sieger ging das Hamburger Architekturbüro Studio Behnecke hervor, das seitdem mit der Umsetzung des Projekts betraut ist.
Die Fertigstellung des Sportpavillons ist für Ende des Jahres 2026 vorgesehen. Während der Landesgartenschau wird das Gebäude im Rahmen der Sportveranstaltungen genutzt.
Die Panoramabar auf dem Gelände der Landesgartenschau Neustadt an der Weinstraße wird künftig nicht nur den höchsten Aussichtspunkt des Areals markieren, sondern setzt bereits heute Maßstäbe für nachhaltiges Bauen. Für das Gebäude kommt erstmals in Deutschland ein neu entwickelter Beton zum Einsatz, dessen Herstellung rund 35 Prozent weniger CO₂ verursacht als herkömmliche Betonmischungen. Der Rohbau der Panoramabar ist inzwischen ablesbar – Grund für einen Werkstattbericht.
Auf dem Gipfel des ehemaligen Deponiehügels entsteht derzeit ein flexibel nutzbares Gebäude. Besucherinnen und Besucher werden dort künftig einen beeindruckenden Rundumblick über den Pfälzerwald und die Rheinebene genießen und zugleich die besondere Atmosphäre des Standorts erleben können.
Der Bau der Panoramabar ist aber nicht nur wegen der besonderen Lage ein Leuchtturmprojekt: Beim Bau wurde erstmals ein Beton in einer neuen Zusammensetzung verwendet, bei dessen Herstellung rund 35 Prozent weniger CO2 freigesetzt wird. Entwickelt wurde der neue Beton als Kooperation der Universität der Bundeswehr München und des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik.
„Einer der Hauptbestandteile von Beton ist Zement, dessen Herstellung heute für rund sieben Prozent der weltweiten anthropogenen CO₂-Emissionen verantwortlich ist“, erläutert Matthias Maier vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik. „Bei der Panoramabar kommt dagegen ein Beton zum Einsatz, bei dem ein Teil des Zements durch calcinierte Tone ersetzt wurde.“
„Tone sind als natürlicher Rohstoff in Rheinland-Pfalz reichlich vorhanden“, erklärt Nancy Beuntner von der Universität der Bundeswehr München. „Mit dem für die Panoramabar verwendeten Beton wird erstmals in Deutschland ein Bindemittel eingesetzt, das nur noch zu 50 Prozent aus emissionsintensivem Klinker besteht und stattdessen regionalen Ton sowie Kalksteinmehl nutzt.“
Die verwendeten Tone stammen von dem im Westerwald ansässigen Werk Goerg & Schneider GmbH & Co KG. Der neue Baustoff hat sämtliche Prüfungen hinsichtlich Festigkeit und Witterungsbeständigkeit erfolgreich bestanden. Da die verwendete Zusammensetzung bislang nicht durch bestehende Normen abgedeckt wird, wurde für das Projekt eine Zulassung im Einzelfall erteilt.
„Das Leitprinzip der Landesgartenschau 2028 ist Cradle to Cradle – also eine konsequent nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Die Panoramabar zeigt, dass wir ganz besonders bei den beiden Neubauten auf dem Gelände auf maximale Nachhaltigkeit setzen“, sagte Baudezernent Bernhard Adams bei der Rohbaubegehung.
LGS-Geschäftsführerin Anne Pieper ergänzte: „Unsere Landesgartenschau soll ein Ort sein, an dem Ideen für das Bauen von Morgen sichtbar werden. Mit der Panoramabar realisieren wir ein Bauprojekt, das neue Wege für klimafreundliches Bauen aufzeigt und wichtige Impulse setzt.“
Beton zählt aufgrund seiner Vielseitigkeit, Stabilität, Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit zu den weltweit meistgenutzten Baustoffen. Gleichzeitig steht die Zement- und Betonindustrie vor der Herausforderung, ihre Emissionen im Einklang mit den Klimazielen drastisch zu reduzieren. Projekte wie die Panoramabar leisten dazu einen wichtigen Beitrag und zeigen, wie innovative Baustoffe den Weg zu einer klimaneutralen Bauwirtschaft ebnen können.
Ein Hauch von Frühling zieht ein beim nächsten Forum Landesgartenschau am Mittwoch, den 25. März 2026 um 18 Uhr im Roxy-Kino: der in der Gartenszene überregional bekannte Pflanzplaner Harald Sauer und die LGS-Projektleiterin für gärtnerische Ausstellung Katharina Bentz, werden zeigen, welche Pflanzen an welchen Stellen im Gartenschaujahr blühen werden. Außerdem wird ein besonderes Angebot für Hobby-Gärtner*innen angekündigt. Der Eintritt ist wie immer frei.
Beim nächsten Forum Landesgartenschau dreht sich alles um Farben, Formen und Blütenfülle. Projektleiterin Katharina Bentz wird zunächst einen Überblick geben, an welchen Stellen im Gartenschaugelände die Besucherinnen und Besucher blühende Pflanzen erwarten können. Dabei handelt es sich sowohl um im Jahresverlauf wechselnde Pflanzungen als auch um mehrjährige Staudenpflanzen.
Um diese Staudenpflanzungen geht es dann im Beitrag von Harald Sauer. Der renommierte Pflanzplaner wird die Staudenpflanzungen in der Parkmitte vorstellen und zeigen, mit welchen Stauden die Beete zu jeder Jahreszeit lebendig und bunt aussehen. Biodiversität, Klimaresilienz und eine zeitgemäße Gestaltung im Einklang mit dem Ort sind weitere Aspekte, die bei der Planung berücksichtigt werden. Als gärtnerischer Leiter ist Harald Sauer unter anderem verantwortlich für die Staudenbeete im Ludwigshafener Ebertpark und hat als Pflanzplaner die Staudenplanzungen im Luisenpark zur BUGA23 gestaltet.
Sowohl für Hobby-Gärtner*innen als auch für Kommunen und Gewerbebetriebe hat die LGS27 gemeinsam mit Harald Sauer zudem zwei Versionen eines „Staudengartens für Jedermann“ mit besonders klimaresilienten und langlebigen Pflanzen für mehr Biodiversität im Garten und auf öffentlichen Grünflächen zusammengestellt. Mehr Infos zu diesem Angebot gibt es ebenfalls beim Forum Landesgartenschau.
Im Anschluss ist wie immer Zeit für Fragen an die Referenten. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Foto: © Harald Sauer
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